Presse / Media

Massenets oratorium als krönung des herbstfestival für geistliche musik

Hudební rozhledy (Musikrundschau) 01/2010

Der 16. Jahrgang des Herbstfestivals für geistliche Musik – sechs Konzerte, die binnen eines Herbstmonats in Olomouc stattfanden – wurde von zwei großen Werken eingerahmt: eröffnet mit der Vesper von Sergei Rachmaninow und beendet mit dem dramatischen Oratorium Marie-Magdeleine vom französischen Komponisten Jules Massenet. Vorgetragen wurden die Werke von einem Solistenquartett, der Janáček Philharmonie Ostrava und dem Tschechischen Philharmonischen Chor Brno mit Chorleiter Petr Fiala. Mit Jaromír M. Krygel, dem Dirigenten des Abends, traf ich mich kürzlich in Pardubice und ich verspürte wieder die beinahe mystische Atmosphäre, die bei der Eröffnung des Festivals geherrscht hatte.

Mit Leidenschaft und viel Selbstdisziplin spielte die Janáček Philharmonie Ostrava über 70 Minuten lang ohne Pause, alle Gesten des Dirigenten Jaromír M. Krygel befolgend – mal sacht und ruhig, mal ausschweifend und energisch, zuweilen auch verspielt, mit denen er den Klang der Musik quer durch das Orchester lenkte. Dann und wann schwebte er den Taktstock hoch über dem Kopf, mit der erhobenen linken Hand deutete er eine Fermate an und am Ende machte er einen unmissverständlichen Fingerzeig, mit dem er dem Orchester seine Anerkennung zollte. Mit tosendem Applaus bedankte sich das Publikum in der bis auf den letzten Platz vollen Maria-Schnee-Kirche bei den Musikern und Mitwirkenden für das Erlebnis – ein herrliches Finale des 16. Jahrgangs des Herbstfestivals für geistliche Musik in Olomouc.

Rafael Brom

Eröffnung des festivals le quattro stagioni

Hudební rozhledy (Musikrundschau) 05/2009

Das festliche Eröffnungskonzert des neuen Internationalen Musikfestivals Le Quattro Stagioni, das von Jaromír M. Krygel in Pardubice aus der Taufe gehoben wurde, wurde mit der gebührenden Würdigkeit zelebriert, mit einem ansprechenden dramaturgisch gefühlvoll zusammengestellten Programm, gespielt von der hervorragend vorbereiteten und verantwortungsbewussten Janáček Philharmonie Ostrava. Genauso sorgsam wurde der Solist für die erste Komposition auf dem Programm – Konzert für Violine und Orchester D-Dur von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky – ausgewählt, der Geigenvirtuose Pavel Šporcl.

Nach der Pause erklang die famose Symphonie fantastique von Hector Berlioz, dem wichtigsten Vertreter der Romantik in Frankreich, Aufrührer und Autor spannender Orchesterstücke. Alle – selbst die unbewussten – orchestralen Nuancen kamen zum Einsatz. Es war eine große Paradeschau der Janáček Philharmonie unter der Leitung des Dirigenten Jaromír M. Krygel, der das Orchester unbeirrt „beherrschte“ – mal mit sanften geschmeidigen Gesten, mal mit der nach unten gerichteten Handfläche, um die Dynamik des Orchesters zu dämpfen, in stürmischen Abschnitten mit gebieterischer Gestik, insbesondere beim Gang zum Richtplatz. Die Janáček Philharmonie bewies, dass Berlioz´ Symphonie fantastique ihr Meisterstück ist. Die Musik fiel im Suk-Saal des Musikhauses in Pardubice auf das Publikum herab als Geysir orchestraler Farben, Rhythmen und vielfältiger Dynamik aller Schattierungen. Eine fantastische Schallwelle, die den Zuschauerraum überschwemmte, um die Zuhörer am Mysterium der Musik teilhaben zu lassen.

Rafael Brom

Imposante aufführung des requiems von domenico cimarosa

Festivalblätter – Herbstfestival für geistliche Musik 10/2008

Die Sankt-Wenzels-Kathedrale begrüßte am 11. Oktober Gäste aus Bratislava: den Sängerchor Lúčnica mit Chorleiterin Elena Matušová, das Kammerorchester Cappella Istropolitana und das Solistenquartett mit Miriam Maťašová – Sopran, Terézia Kružliaková – Alt, Ľudovít Ludha – Tenor und Gustáv Beláček – Bass. Mit diesen Interpreten, einstudiert und geleitet vom Dirigenten Jaromír M. Krygel, erklang das Requiem g-Moll von Domenico Cimarosa. Die Leistung und das Resultat lassen sich verbal nur in Superlativen ausdrücken.

Krygels „Auffassung“ Cimarosas Partitur ist imposant. Er verlässt sich nicht auf die Notenvorlage, verharrt nicht in herrlichen Kantilenen, sondern durchdringt bis zum Kern des Werkes und – er entdeckt. Er identifiziert sich mit der Unbändigkeit der Musik und sucht nicht unbedingt nach traurigen Nuancen. Es gelang ihm, durch individuelle Auffassung der Musik Frische, Schwung, Spannung und Innigkeit zu verleihen.

Lýdia Dohnalová

↑ nach oben